Ozontherapie

Ozontherapie

Was ist Ozon?

Es handelt sich um ein farbloses Gas, das 1841 vom Physiker Schönbein aufgrund seines strengen Geruchs als „Ozon“ bezeichnet wurde. Ozon (O3) ist ein Molekül, das aus drei Sauerstoffatomen aufgebaut ist. In der Natur entsteht es durch die von UV-Licht induzierte Spaltung von Sauerstoffmolekülen und bildet in der Atmosphäre eine Ozonschicht, die unsere Erde vor dem aggressiven UV-Licht schützt. Für die Ozontherapie wird „medizinisches Ozon“ verwendet. Dies ist ein Gemisch aus reinstem Sauerstoff und reinstem Ozon und nicht zu vergleichen mit dem gesundheitsschädlichen „smog-Ozon“, das zusätzlich giftige Stickoxide u.a. enthält.

Wirkung des Ozons im Körper

Bei der Ozontherapie macht man sich vor allem zwei Eigenschaften des Ozons zunutze: der positive Einfluss auf den Stoffwechsel der roten Blutkörperchen (Erythrocyten) und die Stimulation immunologischer Prozesse.

Blut besteht zu einem großen Teil aus Erythrocyten. Wird dieses extrakorpulär mit Ozon versetzt, reagiert es mit der Erythrocytenmembran und bildet Hydroperoxide, die zum Teil in die Zelle eingeschleust werden. Dort aktivieren diese das Glutathion-Entgiftungssystem. Während des Regenerationsprozesses des Gluthations werden dann ATP (Energie) produziert sowie ein weiterer Stoff, der dafür sorgt, dass Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen an das Gewebe abgegeben werden kann. Die ATP-Produktion bewirkt eine generalisierte Stoffwechselaktivierung im Erythrocyten, die vor allem die mechanische Belastbarkeit verbessert. Durch die bessere Beweglichkeit des Erythrocytens nimmt die Fließfähigkeit des Blutes zu und die Durchblutung wird deutlich verbessert (v.a. auch in kleinen Gefäßen).

Im Blut befinden sich neben den roten auch weiße Blutkörperchen. Dies sind unsere Immunzellen und sie werden durch Ozon angeregt, bestimmte Botenstoffe auszusenden, die Abwehrvorgänge in Gang setzen. Im Körper wandern sie vermutlich in die lymphatischen Organe (Milz, Lymphknoten usw.) sowie in Lunge und Leber und aktivieren weitere Immunzellen. Es kommt zur generalisierten Stimulation des Immunsystems. Darüber hinaus greift das Ozon positiv in Entzündungsprozesse ein und beschleunigt darüber die Wundheilung.

Als starkes Oxidationsmittel wirkt Ozon durch seine mikrobizide Wirkung auch direkt gegen Bakterien, Pilze und Viren und dient somit als gutes Desinfektionsmittel für Wunden oder für die direkte Abtötung von pathogenen Mikroorganismen im behandelten Blut.

Zusammenfassung der Wirkungen:

Ø Aktivierung des Stoffwechsels der roten Blutkörperchen:

  • Zunahme der Beweglichkeit und folglich Verbesserung der Fließeigenschaft des Blutes –> Förderung der Durchblutung
  • Steigerung der Sauerstoffabgabe vom Blut ins Gewebe –> Verbesserung der Sauerstoffversorgung
  • Stimulierung des Glutathion-Entgiftungssystem

Ø Aktivierung der weißen Blutkörperchen:

  • Stimulation von verschiedenen Immunzellen –> Bessere Bekämpfung von Infektionen
  • Verbesserung der Immunregulation –> Unterdrückung von überschießenden Reaktionen
  • positive Beeinflussung von Entzündungen

Ø mikrobizide Wirkung:

  • Desinfektion von infizierten Wunden
  • direkte Abtötung von pathogenen Mikroorganismen im behandelten Blut

Große Eigenblutbehandlung:

Bei der großen Eigenblutbehandlung werden ca. 50-200 ml Blut in eine leere Vakuumflasche aspiriert und dort mit medizinischem Ozon versehen, das von einem Ozongenerator aus molekularem Sauerstoff hergestellt wird. Das Ozon reagiert sofort mit den Blutbestandteilen, während sich der Sauerstoff im Blut verteilt. Im Anschluss wird das Blut per Infusion wieder dem Patienten zugeführt. Dabei enthält es kein Ozonmolekül mehr, sondern nur die zellulären Blutbestandteile mit den Ozon-induzierten Reaktionsprodukten.

Weitere Applikationen:

  • Kleine Eigenblutbehandlung
  • Intrartikuläre Injektion
  • Intramuskuläre oder subkutane Injektion
  • Lokale Ozon-Behandlung (Begasung mit Unterdrucksaugglocke, Unterdruckstiefel, Kunststoffbeutel, rektale Insufflation, Behandlung mit ozonisiertem Wasser)

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Ozon-Hochdosis-Therapie (OHT)

Indikationen:

Ø Arterielle Durchblutungsstörungen und mangelnde Sauerstoffversorgung:

  • Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • koronare Herzerkrankungen (z.B. nach Herzinfarkt)
  • zerebrale Durchblutungsstörungen (z.B. nach Schlaganfall)
  • Mikroangiopathien (z.B. Diabetes)
  • Durchblutungsstörungen des Auges oder Innenohres (Hörsturz, Tinnitus)
  • Plazentainsuffizienz

Ø Externe Ulzera und Hautläsionen:

  • Wundheilungsstörungen
  • Verletzungen
  • Verbrennungen
  • Dekubitus-Geschwüre
  • Diabetische Gangrän

Ø Darmerkrankungen:

  • Chronische Dickdarmentzündungen (z.B. Colitis ulcerosa)
  • Entzündung des Rektums (Proktitis)
  • Analfisteln und Fissuren

Ø Infektion und virale Erkrankungen:

  • Hepatitis A, B, C
  • Herpes
  • Bakterielle Infektionen
  • allgemein geschwächte Immunlage

Ø Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises:

  • Rheumatische Arthritis
  • aktivierte Arthrose
  • Gonarthrose

Ø Ergänzende Krebstherapie (Stimulation der zytotoxischen Zellen)

Ø Wundbehandlung in der Zahnheilkunde

Ø Chronische Schmerzen (Triggerpunkte, Fybromyalgie)

 

Kontraindikationen:

  • Glucose-6-Phosphat Dehydrogenase Mangel (Favismus, Akute Hämolytische Anämie)
  • Hyperthyroidose (nicht eingestellt)
  • Schwangerschaft in den ersten 3 Monaten
  • Die Große Ozoneigenblutbehandlung ist nicht indiziert bei Leukämie
  • Vorsicht bei starker Blutungsneigung

Literatur:

  • Beck/ Viebahn-Hänsler (1995): Ozon-Handbuch. Grundlagen, Prävention, Therapie. Landsberg/Lech: ecomed Verlagsgesellschaft.
  • Dr. Hänsler OZONOSAN: Ozon-Sauerstoff-Therapie. Online. URL: http://www.ozonosan.de/index.html [Stand: 31.01.2015].

Orandum est ut sit mens sana in corpore sano

(Wir müssen für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper beten)

- Juvenal, Satura X / 356 -